Teamarten, Teamtypen und Teamdimensionen erklärt

Die klassische Unterscheidung von Teams in Unternehmen erfolgt anhand der Teamarten. Von Projektteams, die sich auf zeitlich begrenzte, spezielle Aufgaben fokussieren, bis hin zu agilen Teams, die sich durch Flexibilität und Schnelligkeit auszeichnen, zu unterscheiden. Dies wird im ersten Abschnitt erklärt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Unterscheidung nach Teamdimensionen, die wichtige Aspekte wie Zusammensetzung, Aufgabenstellung und Interaktionsweise der Teams umfassen. Dies erklären wir im zweiten Abschnitt.

In den darauf folgenden Abschnitten ergründen wir weitere Teamtypen. Hierzu zählen die Unterschiede in Teams basierend auf dem Solidaritätsgrad – von eng verbundenen Primärteams bis zu zweckgebundenen Sekundärteams, sowie den Organisationsgrad, der von strukturierten formellen Teams bis zu spontanen informellen Teams reicht.

Zuletzt werfen wir einen Blick auf die Aktivität von Teams im Betrieb, von teilautonomen Arbeitsteams, die eigenständig Aufgaben verteilen und lösen, bis hin zu Managementteams, die strategische Entscheidungen treffen.

1. Teamarten

Vier-Teamarten

Die wichtigsten Teamarten sind:

Bereichsteams

In Unternehmen sind Bereichsteams häufig anhand der jeweiligen Unternehmensfunktionen organisiert. Diese Teams sind meist in Abteilungen wie Einkauf, Produktion, Personalwesen, Marketing, Finanzen, IT und Vertrieb angesiedelt. Charakteristisch für Bereichsteams sind folgende Merkmale:

  • Sie sind entlang der Wertschöpfungskette des Unternehmens eingerichtet, zum Beispiel im Vertrieb.
  • Ihre Struktur ist über längere Zeit hinweg konstant.
  • Die Teammitglieder konzentrieren sich auf regelmäßige Routineaufgaben.
  • Jedes Mitglied bringt Spezialwissen in eine spezifische Unternehmensfunktion ein.
  • Eine Führungskraft, wie ein Abteilungsleiter, übernimmt die Koordination und Leitung.

In solchen Teams ist die Teamarbeit im wissenschaftlichen Sinne nicht immer gegeben. Oft arbeiten Mitglieder mehr parallel zueinander als interaktiv. Die Abstimmung und Koordination obliegt überwiegend der Führungskraft. Dies führt dazu, dass Bereichsteams manchmal eher als Pseudo-Teams fungieren, in denen echte Teamarbeit selten stattfindet.

Im Gegensatz dazu setzen viele Unternehmen zunehmend auf Cross-Functional-Teams, die Mitglieder aus verschiedenen Bereichen vereinen, um an Projekten oder Produkten übergreifend zu arbeiten. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Projektteams

In modernen Organisationen spielen Projektteams eine wesentliche Rolle. Diese Teams sind oft abteilungsübergreifend zusammengestellt und agieren in Strukturen wie Matrixorganisationen. Ein typisches Beispiel sind Teams, die sich mit Kundeninteraktion und -erfahrung beschäftigen. Solche Teams vereinen Führungskräfte verschiedener Unternehmensbereiche, um gemeinsam auf Kundenerwartungen und -herausforderungen zu reagieren. Kennzeichnend für Projektteams sind folgende Aspekte:

  • Ihre Existenz ist in der Regel zeitlich begrenzt.
  • Sie widmen sich speziellen, oft unstandardisierten Aufgaben.
  • Sie sind cross-funktional aufgestellt, mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen der Organisation.

Temporäre Teams, die sich mit Themen wie Innovation oder Qualitätsoptimierung befassen, fallen ebenfalls in die Kategorie der Projektteams. Ein Beispiel hierfür ist ein Team, das sich unternehmensübergreifend mit der Reduktion von CO2-Emissionen beschäftigt. Solche Teams agieren ähnlich einer Task-Force und treiben spezifische Themen im Unternehmen voran.

Virtuelle Teams

Virtuelle Teams repräsentieren eine typische Form der Zusammenarbeit im digitalen Zeitalter. Dank moderner Kommunikationstechnologien können sich solche Teams über große räumliche Distanzen und organisationale Grenzen hinweg formieren. Sie sind flexibel in ihrer Zusammensetzung, können sich rasch anpassen und bei Bedarf auch wieder auflösen. Die Globalisierung und die Verbreitung von computergestützter Interaktion begünstigen die Bildung virtueller Teams. Mittlerweile sind viele qualifizierte Arbeitskräfte zumindest teilweise in virtuelle Teamarbeit involviert. Beispielsweise könnte ein Teamleiter in München Teammitglieder in Mexiko und China haben und muss sich mit ihnen zu unkonventionellen Arbeitszeiten per Videokonferenz abstimmen. Charakteristisch für virtuelle Teams sind:

  • Kommunikation erfolgt ausschließlich über digitale Medien.
  • Teammitglieder sind geografisch weit voneinander getrennt.
  • Die Arbeitszeiten der Teammitglieder überschneiden sich weniger als in herkömmlichen Teams.
  • Oft setzen sich virtuelle Teams aus Mitgliedern unterschiedlicher Kulturen zusammen.

Agile Teams

Agile Teams stellen eine fortschrittliche Form der Teamarbeit dar. Sie sind darauf ausgelegt, möglichst schnell und eigenständig zu operieren. Typische Merkmale agiler Teams umfassen:

  • Kleine Teamgröße für Effizienz und Flexibilität.
  • Interdisziplinäre Zusammensetzung, mit Mitgliedern aus verschiedenen Fachbereichen.
  • Ein hoher Grad an Entscheidungsfreiheit und Zugang zu benötigten Ressourcen.
  • Hochqualifizierte und erfahrene Mitarbeiter.
  • Geringe Notwendigkeit für Interaktion mit anderen Personen, wie Führungskräften, oder mit anderen Teams.

Agile Teams werden bevorzugt eingesetzt, um Themen zügig voranzutreiben. Der Ansatz, kleine, effektive Teams mit umfassender Autonomie zu nutzen, ist nicht neu. Bereits in den 1960er Jahren gab es Konzepte, die als teilautonome Arbeitsgruppen bekannt waren. Auch der Begriff der „self-managed teams“ ist seit Langem bekannt. Der Unterschied zu den heutigen agilen Teams liegt vor allem im Schwerpunkt: Während früher der Fokus mehr auf Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung lag, steht heute die Geschwindigkeit der Aufgabenerfüllung im Vordergrund.


2. Unterscheidung von Teams nach Dimensionen

Teams lassen sich darüber hinaus anhand von Merkmalen bzw. Dimensionen unterscheiden. Teamdimensionen sind spezifische Aspekte oder Eigenschaften, die zur Beschreibung und Analyse von Teamstrukturen in Organisationen verwendet werden. Sie bieten einen Rahmen, um die Vielschichtigkeit und Funktionsweise von Teams zu verstehen.

Die typischen Teamdimensionen umfassen:

  1. Zusammensetzung des Teams: Die Diversität und Fachkompetenz der Teammitglieder.
  2. Aufgabenstellung: Die Art, Komplexität und der Umfang der Aufgaben, die ein Team bearbeitet.
  3. Interaktionsweise: Die Art und Weise, wie Teammitglieder kommunizieren und zusammenarbeiten.
  4. Autonomiegrad: Das Ausmaß der Entscheidungsfreiheit, das dem Team bei der Ausführung seiner Aufgaben gewährt wird.
  5. Stabilität: Die Dauerhaftigkeit des Teams und die Fluktuation seiner Mitglieder.
  6. Zielorientierung: Die spezifischen Ziele, die das Team verfolgt, und wie diese Ziele erreicht werden.

Diese Dimensionen helfen dabei, die Effektivität von Teams zu bewerten, ihre Entwicklung zu fördern und Herausforderungen innerhalb der Teamarbeit zu identifizieren und zu adressieren.

Ein Team formiert sich, wenn interdisziplinäre Zusammenarbeit für komplexe Aufgaben benötigt wird. Teams variieren in ihrer Zielsetzung, Dauer und Struktur. Bei der Teambildung sollte neben Fachkompetenz auch auf die persönliche Chemie zwischen Mitgliedern geachtet werden, um Unverträglichkeiten zu reduzieren. Funktionierende Teams erlauben Umbesetzungen und können weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten.


3. Unterscheidung von Teams nach Teamtypen

In Abhängigkeit von Aufgabenbereich und Projektanforderungen kommen zudem unterschiedliche Teamtypen zum Einsatz, die jeweils spezifische Eigenschaften aufweisen.

Die wichtigsten Teamtypen sind:

  • Intensiv-Teams: Dieser Typ ist häufig in der Produktentwicklung zu finden. Die Mitglieder treffen sich in regelmäßigen Abständen, etwa alle 1 bis 4 Wochen, um die Fortschritte zu besprechen und neue Aufgaben zu verteilen. Die Teammitglieder arbeiten ansonsten in ihren jeweiligen Fachabteilungen und bleiben bis zum Abschluss des Projekts im Team.
  • Kurzzeit-Teams (Crash-Teams): Diese Teams formieren sich kurzfristig, um spezifische, dringende oder begrenzte Probleme schnell zu adressieren. Mitglieder eines solchen Teams können auch gleichzeitig Teil eines Intensiv-Teams sein.
  • Vollzeit-Teams: Sie sind in der Regel auch Intensiv-Teams und widmen sich umfangreichen oder komplexen Aufgaben. Sie konzentrieren sich voll und ganz auf das Projekt und ziehen sich nicht in ihre Fachbereiche zurück. Typische Beispiele sind große Bauvorhaben oder der Aufbau einer neuen Organisation.
  • Teilzeit-Teams: Diese können sowohl Intensiv- als auch Kurzzeit-Teams sein. Ihre Mitglieder engagieren sich im Team, während sie parallel ihre regulären Aufgaben in ihren Fachbereichen wahrnehmen.

4. Unterscheidung von Teams nach Solidaritätsgrad

Die Einteilung von Teams nach dem Grad ihrer Solidarität oder Intimität ist ein wichtiger Aspekt in der Organisationsstruktur. Hierbei lassen sich zwei Hauptkategorien unterscheiden:

  • Primärteams: Diese Teams bestehen aus einer kleinen, stabilen Gruppe, die in direktem, persönlichem Kontakt miteinander arbeitet. Dies fördert intime Beziehungen und den Aufbau emotionaler Bindungen unter den Mitgliedern. Ein typisches Beispiel für Primärteams in Unternehmen sind Gruppen, die im Mitarbeitercoaching eingesetzt werden.
  • Sekundärteams: Im Gegensatz dazu sind Sekundärteams größere, strategisch geplante Gruppen, die sich auf spezifische Aufgaben konzentrieren. Der Fokus liegt hier auf rationaler, zielorientierter Zusammenarbeit, ohne dabei ein starkes Gemeinschaftsgefühl oder emotionale Bindungen anzustreben.

5. Unterscheidung von Teams nach Organisationsgrad

Die Einteilung von Teams basierend auf ihrem Organisationsgrad berücksichtigt die Entstehungsgründe, Bedürfnisse und Ziele der jeweiligen Gruppen. Hierbei lassen sich zwei Haupttypen identifizieren:

  • Formelle Teams: In diesen Teams liegt der Schwerpunkt auf der Aufgabenerfüllung. Die Mitglieder werden gezielt ausgewählt und die Teamarbeit ist strukturiert und rational organisiert. Die Hierarchie innerhalb des Teams wird von einer höheren Instanz festgelegt und ist nicht selbstbestimmt.
  • Informelle Teams: Diese Teams entstehen spontan und ohne vorherige Planung. Der Fokus liegt hier auf der Befriedigung von Mitarbeiterbedürfnissen. Die Rangordnung in informellen Teams entwickelt sich innerhalb der Gruppe und basiert auf Sympathie und langfristigen Beziehungen zwischen den Teammitgliedern.

6. Unterscheidung von Teams nach Aktivität im Betrieb

Weiterhin lassen sich Teams basierend auf ihrer Aktivität im Unternehmen unterscheiden:

  • Teilautonome Arbeitsteams: Diese Teams sind Teil der regulären Arbeitsorganisation. Sie verteilen und lösen Aufgaben eigenständig, inklusive der Ressourcen- und Zeitplanung. Meist wird ein Gruppenleiter bestimmt, der jedoch als gleichberechtigtes Mitglied agiert. Solche Teams, die aus drei bis zehn Mitgliedern mit unterschiedlichen Qualifikationen bestehen, arbeiten ohne direkte Aufsicht eines Vorgesetzten.
  • Projektteams: Diese zeitlich begrenzten Teams werden für spezifische Projekte gebildet. Sie arbeiten an Aufgaben, die neuartig, bereichsübergreifend und von großer Bedeutung für das Unternehmen sind und haben klar definierte Ziele in Bezug auf Zeit, Inhalt und Kosten.
  • Optimierungsteams: Diese Teams zielen darauf ab, Unternehmensprozesse zu verbessern. Ein bekanntes Beispiel ist das KVP-Team (kontinuierlicher Verbesserungsprozess), basierend auf dem Kaizen-Prinzip. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden direkt im Arbeitsumfeld umgesetzt.
  • Aufgabenteams (Task Force): Sie analysieren und lösen komplexe Probleme, oft zeitlich begrenzt und bereichsübergreifend. Sie sind vergleichbar mit einer Feuerwehr, die bei akuten Problemen einspringt, können aber auch dauerhaft bestehen.
  • Managementteams: In der Praxis bilden sie nicht immer ein echtes Team. Obwohl regelmäßige Meetings stattfinden, arbeitet jedes Mitglied oft an eigenen Aufgabenbereichen. Idealerweise sollten Managementteams den Teamgeist fördern und gemeinsam an Lösungen für die gesamte Organisation arbeiten.

FAQ

1. Was versteht man unter Teamarten?

In Unternehmen gibt es verschiedene Teamarten, die sich in ihrer Funktion und Struktur unterscheiden. Bereichsteams sind beispielsweise oft an spezifische Unternehmensfunktionen gebunden, während Projektteams zeitlich begrenzte, spezielle Aufgaben übernehmen. Virtuelle Teams nutzen moderne Kommunikationstechnologien, um über Distanzen hinweg zusammenzuarbeiten, und agile Teams zeichnen sich durch ihre Schnelligkeit und Flexibilität aus.

2. Wie unterscheiden sich Teams nach ihren Dimensionen?

Teams lassen sich anhand verschiedener Dimensionen klassifizieren, wie etwa der Zusammensetzung des Teams, der Art der Aufgabenstellung, der Interaktionsweise, dem Autonomiegrad, der Stabilität und der Zielorientierung. Diese Dimensionen helfen, die Struktur und Effektivität von Teams zu verstehen und zu optimieren.

3. Was sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Teamtypen?

Neben den grundlegenden Teamarten gibt es auch spezifische Teamtypen, die sich nach dem Zweck und der Arbeitsweise unterscheiden. Dazu gehören unter anderem Intensiv-Teams, die sich regelmäßig treffen, um an langfristigen Projekten zu arbeiten, Kurzzeit-Teams für schnelle, zielgerichtete Aufgaben und Vollzeit-Teams, die sich kontinuierlich einem bestimmten Projekt widmen.

4. Wie wird der Solidaritätsgrad bei Teams bestimmt?

Der Solidaritätsgrad in Teams kann in Primärteams und Sekundärteams unterschieden werden. Primärteams bauen oft starke, emotionale Bindungen auf und arbeiten eng zusammen, während Sekundärteams sich eher auf spezifische, sachliche Aufgaben konzentrieren und weniger emotionale Bindungen entwickeln.

5. Was bedeutet der Organisationsgrad in Bezug auf Teams?

Der Organisationsgrad unterscheidet zwischen formellen Teams, die strukturiert und mit klaren Aufgabenstellungen arbeiten, und informellen Teams, die spontan entstehen und stärker von persönlichen Beziehungen und Bedürfnissen der Mitarbeiter geprägt sind.

6. Wie unterscheiden sich Teams nach ihrer Aktivität im Betrieb?

Teams können auch nach ihrer Aktivität im Betrieb klassifiziert werden. Teilautonome Arbeitsteams lösen Aufgaben eigenständig und sind in die reguläre Arbeitsorganisation integriert. Projektteams arbeiten an spezifischen, oft bereichsübergreifenden Projekten, während Optimierungsteams Prozesse im Unternehmen verbessern. Aufgabenteams oder Task Forces lösen komplexe, oft dringende Probleme, und Managementteams treffen strategische Entscheidungen.

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Verfasst von Thomas Löding,25. Januar 2024