Gehaltsreport Deutschland 2024

Unternehmen, die den Wert von Gehaltstransparenz erkennen, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil bei der Anwerbung von Talenten. Dies geht aus dem Stepstone Gehaltsreport 2024 hervor, der auf einer umfangreichen Datenerhebung basiert.

Gehaltstransparenz als Schlüssel zur Anwerbung von Talenten

Die digitale Recruiting-Plattform The Stepstone Group hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass 9 von 10 Befragten eher geneigt wären, sich auf einen Job zu bewerben, wenn das erwartete Gehalt von Anfang an transparent dargelegt wird. Sogar 6 von 10 Befragten gaben an, sich für eine passende Stelle nicht zu bewerben, wenn keine Informationen zum Gehalt verfügbar waren. Diese Ergebnisse unterstreichen die Relevanz der Gehaltstransparenz für Bewerber und die Unternehmen gleichermaßen.

Bedeutung der Gehaltstransparenz aus Unternehmenssicht

Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei The Stepstone Group, betont die wachsende Bedeutung der Gehaltstransparenz für Unternehmen. Bereits Anfang 2021 führte Stepstone Gehaltsspannen in Stellenanzeigen ein, und die Ergebnisse zeigen, dass diese Informationen oft entscheidend dafür sind, ob Bewerbungen eingehen oder nicht. In einer Zeit, in der der Arbeitsmarkt von Unsicherheit geprägt ist, kann es sich kein Unternehmen leisten, potenzielle Kandidaten aufgrund fehlender Gehaltsangaben zu verlieren.

Die Gehaltslandschaft in Deutschland

Der Stepstone Gehaltsreport 2024 liefert auch interessante Einblicke in die Gehaltslandschaft Deutschlands. Das Bruttomediangehalt beträgt durchschnittlich 43.750 Euro. Das bedeutet, dass es genauso viele Gehälter gibt, die darüber liegen, wie Gehälter, die darunter liegen. Mit über 920.000 ausgewerteten Gehaltsdaten bietet dieser Bericht eine umfassende Übersicht über die Gehaltsstrukturen in Deutschland.

Regionale Gehaltsunterschiede

Der Report zeigt deutliche regionale Unterschiede in den Gehältern, insbesondere im Hinblick auf das Ost-West-Gefälle von mehr als 17 Prozent. Hamburg und Hessen führen die Gehaltsrangliste an, während Sachsen-Anhalt am unteren Ende steht. Die Gender Pay Gap, also der Unterschied im Gehalt zwischen Männern und Frauen, beträgt 12,4 Prozent, was auf geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede hinweist. Allerdings verringert sich diese Lücke auf 5,5 Prozent, wenn man verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt.

Gehälter nach Berufsgruppen und Branchen

Ein Blick auf die Gehälter nach Berufsgruppen zeigt, dass Ärzte mit einem Bruttomediangehalt von 94.750 Euro die Spitzenverdiener sind. Banken & Versicherungen, Ingenieure und Unternehmensberater folgen auf den nächsten Plätzen. Die niedrigsten Gehälter finden sich in den Berufsgruppen Groß- und Einzelhandel sowie im Gastgewerbe.

Branchenübergreifend locken Banken und die Pharmabranche mit den höchsten Gehältern, während das Gastgewerbe und die Land- und Forstwirtschaft am unteren Ende der Skala stehen. Je größer das Unternehmen, desto höher ist in der Regel das Gehalt seiner Mitarbeiter.

Bildung und Berufserfahrung als Gehaltsfaktoren

Der Gehaltsreport zeigt auch, wie Bildung und Berufserfahrung die Gehälter beeinflussen. Mitarbeiter mit einem Hochschulabschluss verdienen im Durchschnitt 33 Prozent mehr als ihre Kollegen ohne Studienabschluss. Führungskräfte mit Personalverantwortung erhalten etwa 20 Prozent höhere Gehälter als Mitarbeiter ohne diese Verantwortung. Berufserfahrung wirkt sich ebenfalls positiv auf das Gehalt aus, wobei erfahrene Fachkräfte höhere Gehälter erzielen.

Hintergrund: Entwicklung 2014 bis 2024

  • 2014-2016: Stabile Wachstumsphase Zwischen 2014 und 2016 zeigte sich in Deutschland eine stabile Wachstumsphase der Gehälter. Dies wurde begünstigt durch eine robuste Wirtschaft und eine niedrige Arbeitslosenquote. In dieser Zeit stiegen die Gehälter moderat, wobei Fach- und Führungskräfte überdurchschnittliche Zuwächse verzeichneten. Besonders in den Bereichen IT, Ingenieurwesen und Finanzwesen waren deutliche Gehaltssteigerungen zu beobachten.
  • 2017-2019: Fortgesetztes Wachstum mit regionalen Unterschieden Der StepStone Gehaltsreport zeigte von 2017 bis 2019 weiterhin ein Gehaltswachstum, allerdings mit bemerkenswerten regionalen Unterschieden. Während in Großstädten und Ballungszentren wie München, Frankfurt und Hamburg die Gehälter überdurchschnittlich hoch waren, blieben sie in ländlichen Regionen zurück. In diesen Jahren begann auch der Trend zu mehr Flexibilität und Zusatzleistungen als Teil des Gesamtvergütungspakets, was sich positiv auf die Gesamtzufriedenheit der Arbeitnehmer auswirkte.
  • 2020-2022: Einfluss der COVID-19-Pandemie Die Jahre 2020 bis 2022 waren geprägt durch die COVID-19-Pandemie, die erhebliche Auswirkungen auf die Gehaltsentwicklung hatte. Viele Unternehmen sahen sich mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert, was in einigen Branchen zu Gehaltsstagnation oder sogar -kürzungen führte. Gleichzeitig gab es in systemrelevanten Berufen wie im Gesundheitswesen oder in der Logistik zum Teil Gehaltszuschläge. Die Pandemie beschleunigte auch den Trend zur Digitalisierung und Fernarbeit, was wiederum neue Gehaltsstrukturen und Zusatzleistungen mit sich brachte.
  • 2023-2024: Rückkehr zu Wachstum und Fokus auf Nachhaltigkeit Im Jahr 2023 zeigte der StepStone Gehaltsreport eine Rückkehr zu Gehaltswachstum in vielen Branchen. Besonders gefragte Bereiche wie Technologie, erneuerbare Energien und E-Commerce verzeichneten überdurchschnittliche Gehaltssteigerungen. Es gab auch einen zunehmenden Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in den Vergütungspaketen, was zeigt, dass Unternehmen zunehmend Wert auf eine ganzheitliche und zukunftsorientierte Mitarbeiterbindung legen.

Fazit

Der Stepstone Gehaltsreport bietet wieder Einblick in die Gehaltslandschaft Deutschlands und unterstreicht dieses Jahr besonders die Bedeutung von Gehaltstransparenz sowohl für Bewerber als auch für Unternehmen. Das Bruttomediangehalt beträgt demnach durchschnittlich 43.750 Euro. Die regionalen Unterschiede, Branchenvergleiche, aber auch die Rolle von Bildung und Berufserfahrung verdeutlichen die vielfältigen Faktoren, welche die Gehaltsstrukturen 2024 beeinflussen.

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Verfasst von Thomas Löding,11. Januar 2024